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Windpocken
Die Windpocken sind eine durch das Varicella-Zoster-Virus ausgel�ste Tr�pfcheninfektion. Der Name Windpocken kommt von der hohen Ansteckungsf�higkeit dieser Viren, die auch �ber einige Meter in der Luft �bertragen werden. Die Erkrankung f�hrt bei 90% der Infizierten zu einer lebenslangen Immunit�t.
Deshalb und aufgrund der hohen Kontagiosit�t (Ansteckungsf�higkeit) sowie einem in Europa fehlenden Impfprogramm sind �berwiegend Kinder im Vorschulalter betroffen. Eine Impfung ist m�glich, eine Mehrfachimpfung (Masern-Mumps-�teln-Windpocken) ist in Vorbereitung. Die Windpockenimpfung wird seit 2004 von der Stiko (St�ndige Impfkommission) empfohlen. Kritiker behaupten allerdings, dass die Studie, auf welcher diese Impf-Empfehlung beruht, von einem der ma�geblichen Hersteller des Windpocken-Impfstoffs finanziert wurde und methodische M�ngel aufweist.
Symptome und Beschwerden
Nach einer Inkubationszeit von 10 bis 21 (meist 14-17) Tagen kann es zum Auftreten von leichtem und kurzanhaltendem Fieber sowie Kopfschmerzenkommen, dem Tags darauf im Bereich des Rumpfes und Gesichtes, typischerweise aber auch des behaarten Kopfes, erst sp�ter an den Gliedma�en bis zu linsengro�e, manchmal juckende rote Flecken bzw. sp�ter Kn�tchen folgen, in deren Zentrum sich innerhalb von Stunden bis maximal Tagen reiskorngro�e Bl�schen bilden k�nnen. Diese k�nnen gedellt sein und entwickeln sich in weiterer Folge rasch zu Pusteln (mit Eiter gef�llten Bl�schen in der Oberhaut). Seltener k�nnen auch die Schleimh�ute im Bereich des Mundes, hier v.a. am Gaumen als gelblich belegte Erosionen sichtbar, der Nase, der Augen, sowie die Haut der Genitalien und des Anus betroffen sein. Die Bl�schen platzen schlie�lich und es bildet sich eine hellbraune Kruste.
Da die L�sionen nicht gleichzeitig entstehen, findet sich zu einem gegebene Zeitpunkt eine vielgestaltigen Auspr�gung der Hauterscheinungen, sodass oft von einem Bild �hnlich einem "Sternenhimmel" gesprochen wird, was oft eine Blickdiagnose erm�glicht.
Folgen und Komplikationen
Der Krankheitsverlauf ist meist gutartig. Die Krusten fallen ohne Narbenbildung ab, sofern darauf geachtet wird, dass das Kind nicht kratzt und damit eine bakterielle Superinfektion mit Streptokokken oder Staphylokokken herbeif�hrt.
Selten kann es zu einer Hepatitis sowie einer Gelenksbeteiligung, sehr selten zu einer ungenentz�ndung oder den gef�rchtetsten Komplikationen, einer Enzephalitis oder Meningitis - also einer Beteiligung des Gehirns und der Hirnh�ute - kommen. Bei einer Beteiligung des Kleinhirns kommt es meist nur zu einer vor�bergehenden zerebell�ren Ataxie, die w�hrend der Heilungsphase der Erkrankung oder noch sp�ter auftritt.
Windpocken in der Schwangerschaft k�nnen eine ernste Gef�hrdung des Embryos bedeuten (besonders im ersten und zweiten Trimenon, 13. bis 20. Woche). Rund um den Geburtstermin (ca. 5 Tage vor und 2 Tage nach der Geburt) kann es beim Neugeborenen, besonders wenn es nicht behandelt wird, zu ernsteren Komplikationen kommen. Daher sollten sich Frauen mit Kinderwunsch, die sich nicht sicher sind, ob sie die Windpocken schon hatten, beim Frauenarzt auf Antik�rper untersuchen und gegebenenfalls impfen lassen. In diesem Fall sollte allerdings etwa drei Monate mit einer Schwangerschaft gewartet werden, um eine Sch�digung des Kindes auszuschlie�en.
Therapie
Die Behandlung beschr�nkt sich meist auf die Linderung eines bestehenden Juckreizes, indem k�hle und feuchte Kompressen aufgelegt oder - besser - adstringierende Emulsionen aufgetragen werden. Die Fingern�gel des Kindes sollten geschnitten werden, um die Gefahr der Entwicklung einer bakteriellen Superinfektion zu minimieren.
Ein bestehendes Fieber sollte, wenn �berhaupt, nicht mit Acetylsalicyls�ure, sondern mit Paracetamol behandelt werden, da Acetylsalicyls�ure bei viralen Infektionen mit der Entstehung eines Reye-Syndroms in Zusammenhang gebracht wird.
Aciclovir oder Vidarabin soll die Symptome bei Kindern, die �lter als zwei Jahre sind, minimieren helfen, sofern es innerhalb 24 Stunden eingenommen wird. Bei einer bestehenden Immunschw�che sollte eines dieser Medikamente ebenfalls verabreicht werden.
Ansteckung
Windpocken sind schon zwei Tage vor Auftreten des Hautausschlags ansteckend und bleiben dies, bis die Kruste des letzten Bl�schens abf�llt. Als weitere Faustregel gilt, dass eine Ansteckungsf�higkeit f�r 7-10 Tage nach Bildung der ersten Bl�schen besteht - was f�r den Fall eines abgeschw�chten Verlaufs mit verk�rzter Krankheitsdauer von Bedeutung sein kann. Da die Erreger an der Luft nur f�r ca. zehn Minuten �berlebensf�hig sind, ist eine �bertragung durch Kleidung oder Spielzeug nicht zu bef�rchten.
G�rtelrose als Zweiterkrankung
Guertelrose ist eine Reaktivierung von Windpocken,
die vor allem im Alter oder bei Abwehrschw�che auftrittMenschen, die in ihrer Kindheit an Windpocken erkrankt waren, k�nnen sp�ter im Erwachsenenalter an der G�rtelrose erkranken. Die Ursache sind nach der Erkrankung im K�rper verbliebene Varicella-Zoster-Viren, die entlang sensibler Nervenfasern in die Spinalganglien wandern und dort latent verbleiben. Bei einem geschw�chten Immunsystem k�nnen nun diese Viren reaktiviert werden und eine G�rtelrose im Versorgungsgebiet der betroffenen Nerven verursachen.
Impfung
Der Impfstoff besteht aus abgeschw�chten, lebenden Viren (Varizella-Zoster-Viren), die sich im Geimpften vermehren. Er wird unter die Haut gespritzt (subkutane Injektion).
Die Impfung kann ab einem Alter von neun bzw. zw�lf Monaten (je nach Impfstoffhersteller) gegeben werden. Kinder vor dem 13. Geburtstag erhalten eine Injektion. Bei Kindern ab dem 13. Geburtstag und Erwachsenen ist eine zweite Injektion im Mindestabstand von sechs Wochen notwendig.
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